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Betriebswirtschaftliche Auswertungen mit Pivot-Tabellen

Pivottabellen in Microsoft® Excel

Ein sehr mächtiges aber leider viel zu selten genutztes “Bordwerkzeug“.

Was sind eigentlich Pivot-Tabellen? Das Wort Pivot stammt aus dem französischem (pivoter = drehen) und dienen der übersichtlichen Darstellung komplexer Datenbestände. Die Zeilen und Spalten in einer Pivot-Tabelle können beliebig gedreht, umgestellt und positioniert werden, um unterschiedliche Darstellungen und Analyseansichten der Daten
zu ermöglichen. Dabei werden natürlich die Ausgangsdaten nicht verändert. Die Möglich-
keiten von Pivot-Tabellen sind fast unerschöpflich. Sie können auf verschiedenste Art gestaltet und aufgebaut werden und es stehen Ihnen eine große Auswahl an Berechnungsmöglichkeiten und Optionen zur Verfügung.

Selbstverständlich lassen sich diese Ergebnisse auch mit Hilfe von Formeln, dem Autofilter und dem Spezialfilter erzielen. Aber wesentlich schneller und effizienter geht es mit einer Pivot-Tabelle. Diese helfen Ihnen dabei auch große und komplexe Datenbestände sehr übersichtlich und variabel darzustellen. Ebenso können Sie auch Pivot-Diagramme mit Excel erstellen, um besondere Bereiche detailliert zu betrachten. Eine Pivot-Tabelle ist
ein sehr nützliches Werkzeug für alle, die aus langen Listen oder großen Datenmengen möglichst viele Informationen in kurzer Zeit herausholen müssen. Und das schönste ist, der bereits integrierte Pivot-Tabellen und Chart-Assistent führt Sie in wenigen Schritten von Ihrer Liste zur fertigen Pivot-Tabelle.

Pivot Assistent
In nur 3 kleinen Teilschritten führt Sie der Assistent mühelos ans Ziel! Im Handumdrehen haben Sie das Anfangslayout Ihrer Pivot-Tabelle erstellt und können mühelos komplexe Listen schnell und komfortabel zielorientiert analysieren.

Typische Anwendungsbeispiele für Pivot-Tabellen

Wer kennt es nicht? In fast jeder Abteilung tauchen seitenlange Listen auf. Umsatzzahlen, Produktionszahlen, Lagerzahlen, und vieles mehr. Diese Listen haben auf den ersten Blick betrachtet im Grunde keinerlei Aussage und sind nichts anderes als ein riesen Sammel-
surium von Datensätzen gleichen Aufbaus. Interessant wird es, wenn nun solche Listen ausgewertet werden sollen. Erstellen Sie schnell und komfortabel zielorientierte Daten-
analysen mit Pivot-Tabellen und Pivot-Charts. Innerhalb von Sekunden sehen Sie – ohne Formel- und Programmierkenntnisse – Ihre meistverkauften Produkte und die profi-
tabelsten Monate. Somit werden auch schnell komplexe Zusammenhänge transparent. Monats-, Quartals- oder Jahresberichte? Pivot-Tabellen bilden eine sichere Basis für Entscheidungen.

Nachstehend möchte ich Ihnen anhand eines Beispiels die Vorgehensweise erläutern und Ihnen die Vorzüge einer Pivot-Auswertung aufzeigen. Am besten nutzen Sie, um das Ganze einfach nachvollziehen zu können, die zum Download bereitstehende Übungsdatei. Den Link zum Download finden Sie hier am Ende des Artikels.

Basis für saubere Auswertungen sind immer Ihre Grunddaten. Daher gilt es schon vor
dem Erstellen der eigentlichen Pivot-Tabelle einige wichtige Dinge zu beachten.

Vorbereitung der Datenliste

Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Listen sinnvoll strukturiert sind. Die erste Zeile Ihrer Liste beinhaltet die Spaltenüberschriften. Diese werden in der Pivot-Tabelle als Feldnamen verwendet und sollten eine klare Aussage haben. Verwenden Sie bei den Feldnamen keine Sonderzeichen oder Leerzeichen. Auch wenn es in den neueren Excel Versionen meist funktioniert, sollten Sie darauf verzichten, da Ihre Auswertungen eventuell auch nach anderen Anwendungen oder Versionen konvertiert werden und
es da zu Problemen kommen kann. Entfernen Sie nun noch in der Liste vorhandene Autofilter und Teilergebnisse sowie eventuell noch vorhandene Leerzeilen.

Über definierte Namen und eine Formel wird der Datenbereich für später hinzukommende Datensätze dynamisch gehalten.

Nun bereiten Sie noch den Listenbereich so auf, dass wenn Daten hinzukommen, diese automatisch in Ihre bereits erstellte Pivot-Tabelle aufgenommen werden können. Um den Listenbereich für hinzukommende Daten aufzubereiten, arbeiten wir mit der Vergabe eines Namens für den Bereich. Dieser Schritt ist zwar nicht zwingend notwendig, aber da sich Ihr Datenbereich (in unserem Beispiel die Umsatzliste) ständig erweitert, müssen Sie so nicht bei jeder Erweiterung Ihre einmal erstellte Pivot-Tabelle von Hand nachbereiten.

Aktivieren Sie dazu Ihr Tabellenblatt mit den Ausgangsdaten und wählen im Menü „Einfügen – Namen – Definieren“. (Excel 2007 – „Formeln – Namen definieren“) Im nun erscheinenden Fenster vergeben Sie einen Namen (z.B. Pivot-Datenbereich) und schreiben nachstehende Formel in das Eingabefeld „Bezieht sich auf:“

=BEREICH.VERSCHIEBEN($A$1;;;ANZAHL2($A:$A);ANZAHL2($1:$1))

Was wird mit dieser Formel erreicht? Mit ANZAHL2(A:$A) ermitteln wir die Anzahl gefüllte Zellen in der Spalte A der Ursprungsliste. Mit ANZAHL2($1:$1) ermitteln wir die Anzahl gefüllte Zellen in der Zeile A der Ursprungsliste. Mit BEREICH.VERSCHIEBEN($A$1;;;…;…) geben wir einen Bereich zurück, der bei A1 beginnt und so viele Zeilen/Spalten besitzt, wie wir als gefüllt ermittelt haben. Dadurch haben wir den Bereich so aufbereitet, dass Ihre Pivot-Tabelle neu hinzukommende Datensätze automatisch übernimmt.

Pivot Datenbereich

Der Assistent – in nur 3 Schritten zum Layout der Pivot-Tabelle

Die Vorbereitungen der Datenliste sind damit abgeschlossen und wir können nun den integrierten Assistent starten, der uns durch die Anwendung führt. Über das Menü „Daten – Pivot-Table und Pivot-Chart-Bericht…“ (Excel 2007 „Einfügen – PivotTable“) starten wir nun den Pivot-Assistenten. Zunächst fragt Sie der Assistent welche Daten Sie analysieren möchten und wie Sie die Daten analysieren möchten. Für unser Beispiel wählen wir „Microsoft Office Excel-Liste oder Datenbank“ und entscheiden uns für die Auswertung als „Pivottable“. Nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen und auf „Weiter“ geklickt haben erwartet der Assistent im 2. Schritt von Ihnen, dass Sie ihm den zu analysierenden Datenbereich mitteilen. Da wir vor dem Start des Assistenten unseren Bereich über Vergabe eines Namens dynamisch gehalten haben, geben wir nun statt eines Zellbezugs unseren Namen „Pivotdatenbereich“ bei Bereich an. Nach Bestätigen von ‚Weiter’ kommen wir zu Schritt 3 des Assistenten. Wir legen hier fest, ob die Pivot-Tabelle in einem neuen oder einem bereits vorhandenen Arbeitsblatt erstellt werden soll. Wir entscheiden uns hier aus Gründen der Übersichtlichkeit für ein neues Arbeitsblatt. Nach Klick auf „Fertigstellen“ erstellt uns Excel in einem neuen Arbeitsblatt das Anfangslayout unserer Pivot-Tabelle.

pivotanfangslayout
Der Assistent erstellt Ihnen das Anfangslayout der Pivot-Tabelle mit der PivotTable Feldliste und Symbolleiste. Schnell und komfortabel können Sie nun Ihren individuellen Bericht zusammenstellen und Ihre Daten analysieren.

An dieser Stelle befassen wir uns zunächst einmal mit der Bedeutung der einzelnen Elemente des Anfangslayouts. In dieser Ansicht finden Sie neben dem Grundgerüst der Tabelle die Seiten-, Spalten-, Zeilen- und Datenfelder sowie die Pivot-Table-Feldliste und die Pivot-Symbolleiste. In Ihrer PivotTable-Feldliste werden die einzelnen Spaltenüber-
schriften bzw. Feldüberschriften dargestellt. Über diese Elemente legen Sie den Aufbau Ihrer Pivot-Tabelle fest. Sie können jedoch jederzeit sehr einfach Elemente verschieben oder löschen.

Mit den Seitenfeldern können wir alle Daten auf ein oder mehrere Kriterien beschränken. In unserer Übungstabelle können damit zum Beispiel alle Daten, die sonst noch angezeigt werden, auf eine Niederlassung beschränkt werden. Wie der Name schon sagt, werden die Zeilenfelder in den Zeilen angezeigt. Dazu wird beispielsweise für jeden Verkäufer, der in der Ursprungstabelle vorkommt, eine eigene Zeile angezeigt. Anschließend werden all diese Zeilen im Gesamtergebnis zusammengefasst. Für die Spaltenfelder gelten die gleichen Regeln wie für die Zeilenfelder. Nur dass all dies, was die Zeilen betrifft, sinngemäß auf die Spalten übertragen wird. In unserem Beispiel werden wir als Spaltenfelder die Feldüberschrift „Auftragseingang“ wählen um nach Datumswerten zu analysieren.

Die Datenfelder bilden den eigentlichen Auswertungsbereich unserer Pivot-Tabelle. Eine Besonderheit der Datenfelder ist, dass hier nur Zahlen erscheinen können. In unserem Beispiel werten wir hier die Umsätze aus. Nun können wir mit dem Aufbau der Pivot-Tabelle beginnen. Wir wollen die Umsätze der einzelnen Verkäufer der jeweiligen Ver-
kaufsniederlassungen nach Regionen betrachten. Dazu ziehen wir mit der Maus aus unserer Feldliste die Feldbezeichnung „Region“ im Anfangslayout nach „Seitenfelder“. Die Feldüberschrift Verkäufer schieben wir in die Zeilenfelder. Da wir die unterschiedlichen Zeiträume betrachten wollen schieben wir das Feld Auftragseingang nach den Spalten-
feldern. Nun fehlen uns nur noch die Umsatzzahlen die wir nach dem Datenbereich schieben. Sie werden feststellen, dass Excel sofort auf Ihre Eingaben reagiert und beginnt die Pivot-Tabelle zu füllen. Sollten Sie dabei feststellen, dass Sie ein Feld in einen falschen Bereich verschoben haben ist das nicht tragisch. Sie können jederzeit durch Anklicken und herausziehen des Feldes dieses wieder aus dem jeweiligen Bereich herausnehmen.

Am Anfang sollten Sie einfach mit der Anordnung der Felder etwas herumspielen, um die für die jeweilige Aufgabenstellung beste Anordnung zu finden. Und hier sollten Sie sich immer im Gedächtnis behalten, dass wir überhaupt nichts an den Ausgangsdaten ändern. Falls wir uns bei dem Layout der Pivot-Tabelle total verrannt haben – auch das kommt gelegentlich vor – dann empfiehlt sich das Tabellenblatt einfach zu löschen und wieder von vorne zu beginnen. Der Rohentwurf unserer Pivot-Tabelle ist nun schon fertig. Lassen Sie sich nicht von dem zunächst sehr unübersichtlich erscheinenden Layout verwirren. Im Moment stehen noch in unserer Spaltenanordnung die alle Datumswerte der einzelnen Auftragseingänge. Dies ist natürlich nicht sehr übersichtlich und beinhaltet keine wirkliche Aussage.

Mit wenigen Klicks Daten gruppieren und nach bestimmten Funktionen auswerten

Pivot Gruppierung
Die Funktion Gruppierung bietet Ihnen eine Vielzahl aus Auswahlmöglichkeiten, um die Pivot-Tabelle gemäß Ihren Anforderungen aufzubereiten.

Wir beginnen nun die Tabelle aufzubereiten und sehen uns am Beispiel der Datumswerte die Gruppierfunktion an. Sie werden feststellen, dass auch hier Excel bereits mit einer Vielzahl an integrierten Funktionen aufwarten kann. Markieren Sie nun in Ihrer Tabelle eine beliebige Zelle mit dem Datumswert. Über einen Klick mit der rechten Maustaste öffnet sich nun ein Kontextmenü in dem Sie die Option „Gruppierung und Detail anzeigen – Gruppierung“ aus. Sofort öffnet sich ein kleines Fenster, in dem Sie die Möglichkeit haben, Ihre Daten in den Spalten nach zum Beispiel Tagen, Monaten, Quartalen oder Jahren zu gruppieren. Wir entscheiden uns zunächst für eine Gruppierung nach Quartal und bestätigen diese Auswahl mit „Ok“. Auch hier reagiert Excel sofort auf Ihre Auswahl und bereitet die Daten entsprechend auf. Sie sehen, das Ganze wird schon wesentlich übersichtlicher und aussagekräftiger. Auch hier gilt: Sie können Ihre Eingaben jederzeit ändern oder ergänzen. Klicken Sie einfach erneut in einer beliebigen Datumszelle mit rechts und wählen im Kontextmenü nun zusätzlich zur Gruppierauswahl „Quartal“ die Option „Monat“ aus. Schon passt Excel auch hier die Tabelle entsprechend an. Wenn uns nur einzelne Monate interessieren sollten, klicken wir einfach auf den Pfeil neben dem Feld Auftragseingang und erhalten ein entsprechendes Auswahlmenü. Wir nehmen den Haken bei ‚Alle anzeigen’ heraus und markieren die für uns interessanten Monate. Auf diese Weise lassen sich die Daten sehr schnell auf gewünschte Bereiche reduzieren oder expandieren. Je nach Aufgabenstellung können Sie sehr schnell auf die Anforderungen reagieren. Angenommen Sie möchten für die Niederlassungen der einzelnen Regionen jeweils ein separates Tabellenblatt erhalten kommen Sie auch da mit wenigen Klicks zum Ziel. Wählen Sie in Ihrer Pivotsymbolleiste das Dropdown „PivotTable“ und dort den Menüpunkt „Seiten anzeigen“. Es öffnet sich ein Fenster in dem Sie eine Auswahl treffen können zu welchem Feld die einzelnen Tabellen angelegt werden sollen. Excel legt für jede Region ein eigenes Tabellenblatt an und versieht diese mit den Pivotfeldern gemäß Ihrer Ausgangstabelle.

Um ein Gespür für den Umgang mit Pivot-Tabellen zu bekommen, erarbeiten wir an den folgenden Fragestellungen weitere Lösungen. Sie werden feststellen, dass Sie Ihre Pivot-Tabelle mit wenigen Klicks auf die meisten Fragestellungen abwandeln können.

Berechnungen, Formatierungen, verschiedene Funktionen, … alles nur einige Mausklicks entfernt

Lassen Sie uns nun in der Pivot-Tabelle für die jeweiligen Verkäufer die Provision in Höhe von 2,5 % des Umsatzes berechnen. Richtig bemerkt, das Feld Provision existiert weder in unserer Ursprungsliste noch in der Pivot-Ttabelle! Auch hier führt uns Excel schnell zum Ziel. In der Pivotsymbolleiste wählen wir wieder das Dropdown „PivotTable“ und entscheiden uns für den Menüpunkt „Formeln – berechnetes Feld“. Im nun erscheinenden Fenster definieren wir den Feldname als „Provision 2,5%“. Da die Provision auf Basis des Umsatzes ermittelt wird, wählen wir in der Feldliste den Feldnamen „Umsatz“ aus und klicken auf „Feld einfügen“. Sie sehen, dass im Feld Formel nun steht =Umsatz – Diese Formel erweitern wir nur um *2,5%. (=Umsatz * 2,5%). Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit „Ok“ – schon hat Excel Ihre Pivot-Tabelle um die Zeilen Provision erweitert. An diesem einfachen Beispiel lässt sich sofort erkennen, auf welch schnelle und komfortable Weise Sie mit diesem mächtigen Analyse-Werkzeug Daten auswerten und aufbereiten können.

Eine weitere Frage könnte sein, welche Detaildaten sich hinter einer Summe verbergen – keine Sorge, sie müssen nicht in der Ursprungsliste mühsam die Daten heraus suchen.
Ein Doppelklick auf die Zelle reicht aus und sie bekommen sofort ein neues Arbeitsblatt geöffnet in dem sich die zur jeweils gewählten Zahl zugehörigen Datensätze befinden.

Pivot Berechnungen
Alle Funktionen und Berechnungen lassen sich sehr schnell in einem neuen Feld einfügen.

Excel verwendet im Standard die Option Summe bei numerischen Werten und Anzahl für nicht numerische Werte. Es ist aber auch möglich andere zusammenfassende Funktionen wie zum Beispiel Mittelwert, Minimum oder Maximum zu verwenden. In unserem Beispiel der Umsatzliste nach Regionen und Verkäufer möchten wir nun die Umsätze der jeweiligen Verkäufer einmal als Wert und einmal als Prozentwert am Gesamtumsatz betrachten. Der Umsatz als Summe und anteilig in % ? Richtig, dazu benötigen wir das Umsatzfeld zweimal. Ziehen Sie jetzt mit der Maus das Feld «Umsatz» aus der Pivot-Table-Feldliste nochmals in den Datenbereich, also neben das bereits vorhandene Feld „Umsatz“. Zunächst ändern wir nun das zweite Feld „Summe von Umsatz“ in „Umsatz nach %“. Dies können Sie durch einfaches Überschreiben machen. Setzen Sie nun den Cursor in eines der Felder „Umsatz nach %“ und rufen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü auf. Dort wählen Sie die Funktion Feldeigenschaften und erhalten daraufhin eine Liste der bereits integrierten Funktionen. Im Dropdownmenü finden wir nun unter anderem den Begriff „%- der Spalte“. Diesen Punkt wählen wir aus und bestätigen unsere Auswahl. Sofort sehen wir, wie Excel die entsprechende Berechnung vornimmt und die %-Anteil der Spalte zum Gesamtwert errechnet.

Mit wenigen Klicks unsere TOP TEN Kunden ermitteln

Wir erstellen uns auf die Schnelle eine Liste der TOP-TEN – Kunden auf Basis unserer Umsatzliste. In diesem Fall wollen wir jedoch nicht unsere bereits bestehende Pivot-Tabelle verändern sondern in unserer Arbeitsmappe ein neues Tabellenblatt TOP-TEN bekommen. Beginnen Sie also auf Ihrer Tabelle Ursprungsliste und starten erneut den Pivot Tabellen Assistent. Auch hier wählen wir als Bereich unseren über Namen dynamisch gehaltenen Bereich „Pivotdatenbereich“ als zu analysierenden Bereich aus. Excel bemerkt nun, dass wir vorher schon eine Pivot-Tabelle mit genau den gleichen Daten erstellt haben. Deshalb werden Sie gefragt, ob Sie dieselbe Quelle benützen möchten. Diese Meldung können Sie mit „Ja“ bestätigen. Excel fragt zudem noch nach, welche Daten wir verwenden möchten. Da wir nur eine Möglichkeit haben – nämlich jene Pivot-Tabelle, die wir vorher erstellt haben – wählen wir auch diese aus und bestätigen mit „Weiter“. Wir entscheiden uns für ein neues Arbeitsblatt und nach einem Klick auf „Fertigstellen“ erscheint Ihnen das nun bereits bekannte noch leere Anfangslayout der Pivot-Tabelle. Hier ziehen Sie nun aus der Feldliste das Feld „Kunde“ in den Zeilenbereich. Das Feld „Umsatz“ ziehen Sie in den Datenbereich. Über einen Doppelklick auf das Feld Kunden öffnen wir nun das Feldeigenschaftsfenster. In diesem Dialogfeld können wir die Top10-Kunden noch nicht anzeigen, deshalb klicken wir auf „Weitere…“. Hier übernehmen wir folgende Einstellungen: Links unter „AutoSortieren-Optionen“ wählen wir „Absteigend und verwenden das Feld „Summe vom Umsatz“. Dies dient dazu, den besten Kunden zuoberst anzeigen zu lassen. Rechts schalten wir die Top10 ein, die restlichen Einstellungen sollten automatisch richtig eingestellt sein. Wir schließen das Dialogfeld mit „Ok“ und auch die Feldeigenschaften bestätigen wir mit „Ok“. Schon listet Ihnen Excel Ihre TOP-TEN-Kunden auf.

Eine kleine Anmerkung am Rande: Formatieren Sie die Zellen am besten erst dann, wenn Sie sicher sind, dass die Darstellung der Daten Ihren Wünschen entspricht. Gegebenenfalls kann es vorkommen dass Excel leider eigene Formatierungen zurücksetzt, falls Sie die Pivot-Tabelle ändern.

Formatierte Pivot-Tabelle

Die Pivot-Tabelle automatisch beim Aktivieren des Tabellenblattes aktualisieren lassen

Da unsere Tabelle vermutlich noch Änderungen erfährt, integrieren wir eine Funktion, welche die Pivot-Tabelle automatisch aktualisiert, sobald die Tabelle aktiviert wird. Diese zusätzliche Hilfe erreichen wir mit Hilfe eines Makros. Öffnen Sie zunächst den VBA Editor über die Tastenkombination Alt+F11. Wird Ihnen am linken Rand die hier weiter unten abgebildete Baumstruktur nicht angezeigt, müssen Sie diese anhand des Menüs “Ansicht – Projekt-Explorer” aktivieren. Nun öffnen wir die Tabelle, welche die PivotTable beinhaltet. In den Blattregisterkarten machen wir auf diese Tabelle einen Rechtsklick und wählen „Code anzeigen“. In dem neu erscheinenden Fenster fügen wir
auf der rechten Seite folgenden Code ein:

Anschließend können wir das Fenster schließen. Nun wird jedes Mal, wenn die Tabelle geöffnet bzw. aktiviert wird, die Pivot-Tabelle aktualisiert. Wenn sich in Ihrer Arbeitsmappe mehrere Tabellenblätter mit Pivot-Tabellen befinden, müssen Sie diesen Vorgang für jedes Arbeitsblatt einmalig wiederholen

Pivot-Tabelle mit VBA aktualisieren
Einige kleine Zeilen in VBA und schon aktualisiert sich Ihre Pivot-Tabelle automatisch, wenn das Tabellenblatt aktiviert wird.

Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte – das Pivot-Chart

Zu guter Letzt werden wir noch aus einer unserer Pivot-Tabellen ein Diagramm erstellen. Dies lässt sich sehr einfach realisieren. Wählen Sie das Tabellenblatt mit einer Ihrer erstellten Pivot-Tabellen aus. In der Pivotsymbolleiste sehen Sie das Diagrammsymbol.
Ein Klick auf das Symbol reicht aus und Excel präsentiert Ihnen in einem neuen Arbeitsblatt ein Diagramm auf Basis Ihrer gewählten Pivot-Tabelle. Und, im Gegensatz zu einem „normal“ erzeugten Diagramm, bietet Ihnen das PivotChart ebenfalls die Dropdownfelder mit denen Sie verschiedene Auswahlen (zum Beispiel nach Region oder Quartal) selek-
tieren können. Dieses Diagramm lässt sich wie jedes andere in Excel erzeugte Diagramm natürlich entsprechend Ihrer Vorstellungen formatieren. Wechseln Sie den Diagrammtyp, bearbeiten Sie die Farben, erstellen Sie einen aussagefähigen Diagrammtitel.

Pivot-Chart
Nur einen Mausklick entfernt! Das Diagrammsymbol auf der PivotTable Symbolleiste erstellt Ihnen mit einem Klick ein aussagefähiges Diagramm auf Basis Ihrer ausgewählten Pivot-Tabelle – inklusive der Filter für die einzelnen Felder.

Fazit

Auch ungeübte Excelanwender kommen ohne große Formelkenntnisse und ohne VBA schnell zu aussagefähigen Datenanalysen mit Pivot Tabellen.

Sie haben sicher bemerkt, dass Sie mit ein klein wenig Übung in Minuten sehr aussage-
fähige und flexible Analysen und Diagramme erstellen können. Mit diesem mächtigen Werkzeug sind Sie in der Lage schnell und kompetent jegliche geforderten Auswertungen zu erstellen. Entdecken Sie einfach spielerisch anhand der Übungsdatei was sich noch alles in diesem „Excel-Bordwerkzeug“ versteckt.

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Mourad Louha

Über den Autor · Mourad Louha

Mourad arbeitet seit 2005 als selbständiger Softwareentwickler und Trainer und lebt in Herzogenrath, gelegen am Dreiländereck Belgien, Deutschland und Niederlande. In seiner Freizeit engagiert er sich in Online Communities rund um Office, schreibt beim Excel Ticker Artikel zu Office & Co. und betreibt weitere Community Projekte in Zusammenarbeit mit Freunden und Partnern, wie das Forum zu Microsoft Office 365 und Office 2013, den Excel Soccer oder den Excel Formel Übersetzer. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde er seit Januar 2011 jährlich von Microsoft als Microsoft Most Valuable Professional (MVP) ausgezeichnet.

 
Comments

Habe eine Tabelle erstellt und die Werte werden im Zufallsbereich erzeugt, d.h. bei F9 ändern sich jedesmal die Werte. In der Pivottabelle filtere ich die 8 höchsten Werte heraus und stelle sie in einem Diagramm dar. Drücke ich nun F9 verändern sich die Werte in der Tabelle, aber nicht im Diagramm, d.h. das Diagramm zeigt mir nicht die neuste Rangfolge an.
Wie kann ich dieses Problem lösen, dass beim Drücken von F9 sich automatisch das Diagramm anpasst?

MfG

W.Spiller

Hallo,

versuch es mal zu “refreshen” wenn das Blatt aktiviert wird .
Evtl. in der Art

Private Sub Worksheet_Activate()
Dim pc As ChartObject
For Each pc In Me.ChartObjects
pc.Chart.Refresh
Next
End Sub