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Das Microsoft Assessment and Planning Toolkit 6.0 und Office365

Microsoft hat vor einiger Zeit das „Microsoft Assessment and Planning Toolkit“ in der Version 6.0 veröffentlicht. Das Tool richtet sich primär an Administratoren und soll diese bei der Migration und/oder dem Upgrade von Produktsuiten (nicht nur aus dem Hause Microsoft) unterstützen. Dazu scannt das Tool beispielsweise die Rechner eines Netzwerkes und generiert Berichte über vorhandene Installationen sowie eventuelle Probleme bei einer Umstellung.

Die Version 6.0 berücksichtigt nun auch Inventuren in Hinblick zur Kompatibilität für Windows Azure und Office365; der eigentliche Grund für diesen Artikel, denn genau auf diese Funktionalität war ich neugierig und wollte diese ausprobieren. Das MAP Toolkit kann im Download Center bei Microsoft heruntergeladen werden und ist nur in Englisch verfügbar; zwar wird es auch in Japanisch angeboten, man gelangt aber dort zur Version 4.0 des Tools.

MAP Toolkit

Das Download Center bietet, neben dem Toolkit, zusätzliche Dokumente und Dateien an, die diverse Beispieldokumente und -berichte sowie eine Demo-Datenbank zum Üben enthalten. Das MAP Toolkit benötigt den SQL Server Express zur Verwaltung seiner Datenbank, wobei dieser über das Setup Programm heruntergeladen und installiert werden kann. Alternativ kann aber eine bereits zuvor heruntergeladene Installationsdatei angegeben werden. Weitere Komponenten, wie z.B. das .Net Framework 4.0, sind zur Installation des MAP Toolkits ebenfalls notwendig.

MAP Toolkit

Auf meinem Testrechner ist eine Firewall installiert, die während der Installation von Software nachfragt, ob sich das laufende Setup Programm mit dem Internet verbinden oder Änderungen am System vornehmen darf. Die Beantwortung der Nachfrage dauert dem Setup Programm vom MAP Toolkit anscheinend zu lange, denn, obwohl ich die Nachfrage von der Firewall recht schnell beantwortet hatte, beendete das Setup Programm seine Arbeit mit einem Verbindungsfehler. Abhilfe schafft hier dem Setup Programm von vorne rein entsprechende Rechte zuzuteilen.

Auf meinem Testrechner ließ sich zudem der SQL Server nicht über das Tool installieren; das Setup Programm quittierte die Installation mit einer Fehlermeldung. Erst später, beim Versuch, den SQL Server manuell zu installieren, hatte ich gemerkt, dass wohl fehlende Administratorrechte die Installation verhinderten. Wenn man den SQL Server manuell installiert, ist hierbei wichtig, dass eine benannte Instanz „MAPS“ angelegt wird und die „Collation“ auch korrekt gesetzt wird, z.B. auf „SQL_Latin1_General_CP1_CI_AS“ für den SQL Server 2008. Siehe dazu auch den Link zum TechNet Artikel am Ende dieses Artikels. Nach der manuellen Installation des SQL Servers wurde dieser dann vom MAP Toolkit Setup Programm korrekt erkannt und das Tool installiert. Ob das „Ausführen als Administrator“ des MAP Toolkit Setup Programms von vorne herein den SQL Server installiert hätte, habe ich dann allerdings nicht mehr geprüft. Und ich hatte auch passend zum Toolkit den SQL Server in Englisch verwendet, da dieser vom Toolkit heruntergeladen wird.

Nach der Installation und dem ersten Aufruf vom MAP Toolkit wird man zunächst aufgefordert, eine Datenbank zu erzeugen bzw. auszuwählen.

MAP Toolkit

Das geht schnell und komfortabel. Danach hatte ich der Rubrik „Discovery and Readiness“ direkt den Eintrag „Office365“ angeklickt und über den Link „Run the Inventory and Assessment Wizard“ den Assistenten zum Sammeln der Daten und Konfigurationen aufgerufen.

MAP Toolkit

Angeboten werden hier Betriebssysteme und Server verschiedener Hersteller. Da ich aber hier nur einen Windows 7 Rechner scanne, habe ich die Voreinstellung bei mir auf „Windows based computers“ belassen und keine weiteren Optionen angehakt. Auf der nächste Seite im Wizard ist dann eine Auswahl der zu verwendenden Erkennungsmethoden zu treffen. Der Scan kann über (vorhandene) Active Directory Domain Services, Windows Netzwerkprotokolle, das System Center Configuration Manager, einen IP-Bereich oder einer manuelle Angabe der Rechnernamen erfolgen, wobei letztere auch aus einer Textdatei importiert werden können. Die Auswahloptionen können übrigens auch kombiniert werden. Ich habe mich nur für die manuelle Eingabe meines Rechnernamens entschieden, da für den Testrechner die anderen Optionen nicht zutreffend waren.

Entsprechend der getroffenen Auswahl konfiguriert sich der Assistent neu und bietet weitere passende Seiten zur Eingabe an. Meinen Rechnernamen, so wie er in der Systemsteuerung unter „System und Sicherheit“, „System – Computernamen anzeigen“ zu finden ist, hatte ich dann auf der Seite „Enter Computers Manually“ über den Aufruf des Hinzufügen-Dialoges eingetragen.

MAP Toolkit

Nach einem Klick auf „Finish“ startet direkt der Scan des Rechners, der durchaus eine Weile dauern kann.

MAP Toolkit

Anschließend braucht man nur noch auf „Close“ klicken und sobald man wieder auf einer der Rubriken unter „Discovery and Readyness“ klickt, wird eine Übersicht zum Scan-Ergebnis erstellt.

MAP Toolkit

In meinem Fall ist zwar Office 2010 installiert und somit auf Anwendungsebene kompatibel, der Rechner jedoch nicht „Office365 Ready“. Um herauszufinden, warum das so ist und welche Vorschläge das MAP Toolkit dazu hat, kann man sich die gespeicherten Berichte anschauen. Diese werden in einem Ordner auf der Festplatte abgelegt, den man über das Menü „View – Saved Reports and Proposals“ aufrufen kann. Excel Berichtsdateien sind im neuen Format XLSX und Word Dokumente im DOCX Format abgelegt.

MAP Toolkit

Wird der generierte Bericht in Excel 2010 geöffnet, sind mehrere Tabellen zu finden, unter anderem auch die Tabelle „Office365Assessment“. Und dort erkennt man recht schnell, dass mein Testrechner zu wenig freie Festplattenkapazität und zu wenig RAM hat. Naja, ist ja auch schon etwas älter, der Rechner.

MAP Toolkit

Das war nur eine kleine Einführung – wirklich – in das MAP Toolkit, denn die Software bietet noch viel mehr, beispielsweise einen Überblick über installierte Software inklusiver der Angabe der Versionsnummern, Performance Tests und Links zu weiterführender Literatur. Einige der Features sind allerdings nur bei größeren Netzwerken und Installationen sinnvoll. Die Informationen, die das Toolkit zusammenträgt können aber sicherlich auch in einigen kleineren Netzwerken nützlich sein. Abschließend ein paar Links mit weiterführenden Informationen.

Mourad Louha

Über den Autor · Mourad Louha

Mourad arbeitet seit 2005 als selbständiger Softwareentwickler und Trainer und lebt in Herzogenrath, gelegen am Dreiländereck Belgien, Deutschland und Niederlande. In seiner Freizeit engagiert er sich in Online Communities rund um Office, schreibt beim Excel Ticker Artikel zu Office & Co. und betreibt weitere Community Projekte in Zusammenarbeit mit Freunden und Partnern, wie das Forum zu Microsoft Office 365 und Office 2013, den Excel Soccer oder den Excel Formel Übersetzer. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde er seit Januar 2011 jährlich von Microsoft als Microsoft Most Valuable Professional (MVP) ausgezeichnet.

 
Comments

Hallo,

ich verwende im moment die 5.0 Version und wollte gerne auf die Version 6.0!
Was ist dazu zu beachten? Oder reicht es die Version 6.0 drauf zu installieren ?

Hallo ejay…

Das kann ich Dir leider so direkt nicht sagen; Du könntest aber beispielsweise direkt bei MS nachfragen. Oder vielleicht findet sich etwas auf deren Websites. Hier ein paar Links, wobei ich persönlich generell englische Sites bevorzugen würde: Microsoft Assessment and Planning (MAP) Toolkit Team Blog, Englisch, wo Du auch eine Twitter Adresse findest. Microsoft Assessment and Planning (MAP) Toolkit for Windows 7 and Internet Explorer, Englisch, wohl die Hauptseite und last but not least das Forum Microsoft Assessment and Planning Toolkit Forum, Englisch, wo, so denke ich, Dir sicherlich die Frage besser beantwortet werden kann.
Grüße :-)