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Test von Formeln in Excel WebApps bei Docs.com und Windows Live

Im vorherigen Artikel „Microsoft Docs für Facebook als Office 2010 WebApps Ableger“ hatte ich kurz das Projekt „Docs“ vorgestellt. Interessant ist es sicherlich auch, herauszufinden, welche Funktionen und Features von der Desktopanwendung zu Excel 2010 auch in „Docs“ und eigentlich somit auch in der Excel WebApp auf „SkyDrive“ umgesetzt wurden.

Vor meinem Test habe ich zunächst im Netz nach Informationen bzw. einer Dokumentation zu den von den Office WebApps unterstützen Features gesucht. Interessanterweise bin ich zwar fündig geworden, was die Features der Office WebApps betrifft, weniger jedoch, was die nicht unterstützen Features von Excel 2010 betrifft. Einiges ist mir zwar schon bekannt, nämlich dass beispielsweise keine Grafikobjekte, Zeichenelemente, Zellkommentare, Gültigkeitslisten oder Steuerelemente unterstützt werden. Wie sieht es jedoch mit Formeln aus? Werden tatsächlich alle Formeln unterstützt und was passiert mit Matrixformeln? Gibt es vielleicht Elemente, welche nur in einem Lesemodus unterstützt werden? Wie wirkt sich eine Änderung auf solche Elemente aus? Und wie sieht es mit Diagrammen, Sparklines, Pivot-Tabellen aus?

Viele Fragen, die sicherlich nicht alle auf einmal in diesem Artikel beantwortet werden können. Deshalb werde ich folgend über meine Erfahrungen anhand eines konkreten Beispiels berichten, wobei hier das Ziel ist, nicht alle obigen Fragen zu klären sondern zunächst den Teilaspekt zu den Formeln zu prüfen. In weiteren Artikeln werde ich dann weitere Features testen.

Excel WebApp

Für den Test von „Docs“ und „SkyDrive“, habe ich mir eine Excel Mappe erstellt, die alle in Excel 2010 vorhandenen Formeln in mehreren Sprachen auflistet. Die Mappe enthält mehrere Tabellen und einfache Formatierungen der Hintergrund- und Vordergrundfarbe.

Für den Test von „Docs“ und „SkyDrive“, habe ich mir eine Excel Mappe erstellt, die alle in Excel 2010 vorhandenen Formeln in mehreren Sprachen auflistet. Die Mappe enthält mehrere Tabellen und einfache Formatierungen der Hintergrund- und Vordergrundfarbe.

Zudem enthält die Mappe einerseits einfache Formeln, wie normale tabellenübergreifende Referenzierungen, und andererseits deutlich komplexere Formeln, wie dynamisch berechnete Verweise inklusive Bereichsverschiebungen. Zum Sortieren einer Liste habe ich einige Matrixformeln verwendet. Folgend ein paar Beispiele aus der Mappe:

  • Einfache Referenzierung…
    =System!$B$5
  • Formel mit Bereichsverschiebung…
    =""&WENN(M$3>0;SVERWEIS($F16;BEREICH.VERSCHIEBEN(Formulas!$C$7;System!$C$17;0;System!$B$19;System!$B$20);System!$C$16+M$3-1;FALSCH);"")
  • Matrixformel (Quelle www.excelformeln.de) zum Sortieren einer Liste…
    {=INDEX($D$16:$D$271;VERGLEICH(KKLEINSTE(ZÄHLENWENN(D$16:D$271;"<"&D$16:D$271);ZEILEN(D$16:D16));ZÄHLENWENN(D$16:D$271;"<"&D$16:D$271);0))}

Nach dem Hochladen des Dokumentes auf „Docs“ oder „SkyDrive“ konnte ich zunächst keine Probleme in Bezug zur Berechnung der Formeln feststellen. Es ist sogar so, dass die Berechnung schneller in der Excel WebApp stattfindet, als in Excel 2010 auf meinem Desktop-PC. Mein PC ist zwar jetzt nicht der Schnellste, aber relativ neu und gut ausgestattet, weshalb war ich etwas verwundert war. Speziell nach dem Einbau der Matrixformeln geht bei mir Excel 2010 etwas in die Knie. Das prüfe ich aber später mal.

Excel WebApp

Bei meinen Mappen blende ich nach Abschluss der Formeleingabe und der Erstellung des Layouts ganz gerne vorhandene Hilfsspalten und die Überschriften aus. Excel WebApp zeigt dies dann auch korrekt an, es gibt nur ein kleines Problem: die Spalten- und Zeilenköpfe lassen sich in den WebApps leider nicht mehr einblenden. Entsprechend gibt es auch keine Möglichkeit, Zeilen oder Spalten wieder ein- bzw. auszublenden.

Ab und zu verwende ich die Formel „ZELLE“ mit dem Argument „Dateiname“, um in der Formel „ADRESSE“ den Tabellennamen dynamisch angeben zu können. Beispielsweise liefert folgende Formel den Namen der Tabelle, in welcher die Formel hinterlegt ist:

=RECHTS(ZELLE("dateiname";$A$1);LÄNGE(ZELLE("dateiname";$A$1))-FINDEN("]";ZELLE("dateiname";$A$1)))

Statt des deutschen Argumentwertes „dateiname“ kann - ja sollte sogar - eher der englische Begriff für das erste Argument „filename“ verwendet werden. Dann funktioniert es auch unabhängig von der Sprachversion von Excel.

Excel WebApp

Excel WebApp

In meiner Mappe zu den Übersetzungen der Formeln hatte ich ursprünglich ebenfalls die Formel „ZELLE“ verwendet. Wie im obigen Screenshot zu sehen, werden jedoch nicht alle Argumente von der Excel WebApp auf „Docs“ oder „SkyDrive“ interpretiert, so dass auf diese Formel in Tabellen verzichtet werden sollte. Es erscheint übrigens kein Hinweis von der Excel WebApp beim Editieren des Dokumentes.

Meine Beispielmappe habe ich übrigens für die Öffentlichkeit freigegeben, heißt also, es kann sowohl auf „Docs“ oder bei „SkyDrive“ abgerufen werden. Andreas und ich werden das Dokument regelmäßig pflegen und wenn möglich um weitere Sprachen ergänzen. Falls jemand eine Übersetzung der Formeln in weiteren Sprachen schon parat hat oder sich daran beteiligen möchte, gerne. Wer bei Facebook ist, kann mich dort gerne kontaktieren und ich schalte die Person als Editor frei. Oder, einfach das Dokument herunterladen und mir an die Mail-Adresse im Impressum dieses Blogs zusenden, dann aktualisiere ich die Datei auf dem Server.

Abschließend einige Links zum Thema WebApps:

Und die Links zu Excel Dokument mit Übersetzungen zu den Formeln:

Mourad Louha

Über den Autor · Mourad Louha

Mourad arbeitet seit 2005 als selbständiger Softwareentwickler und Trainer und lebt in Aachen, gelegen am Dreiländereck Belgien, Deutschland und Niederlande. In seiner Freizeit engagiert er sich in Online Communities rund um Office, schreibt beim Excel Ticker Artikel zu Office & Co. und betreibt weitere Community Projekte in Zusammenarbeit mit Freunden und Partnern, wie das Forum zu Microsoft Office 365 und Office 2013, den Excel Soccer oder den Excel Formel Übersetzer. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde er seit Januar 2011 jährlich von Microsoft als Microsoft Most Valuable Professional (MVP) ausgezeichnet.

 
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